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Weihnachtsgrüße

Liebe Verbandsmitglieder,

auf diesen Moment, die nun folgende Stunde habe ich mich schon lange gefreut. Einmal im Jahr mit euch, Ihnen allen gedanklich verbunden zu sein, alles Alltägliche einmal zu verdrängen, es gelingt wirklich nur in dieser Zeit. Und es gelingt nicht sofort, blockiert so manches „Muss“ diesen einzigartigen Moment der Entrückung aus einer vielgestaltigen Welt voller Aufgaben und routiniert erfüllten Pflichten, aber auch vielen freudigen Momenten.

Herzlich lade ich euch, Sie alle für einen Augenblick der Entschleunigung des Alltags ein.

Allein geht viel, gemeinsam geht mehr

das diesjährige Motto meiner Weihnachtsgrüße erscheint als eine Inspiration der Gegensätze, wird aber in allen Facetten dem gegenwärtigen Fühlen und dem vergangenen Jahr gerecht, strahlt in seiner unbestrittenen Gültigkeit auch auf das kommende Jahr aus.

Wer erinnert sich nicht voller Stolz an all die Dinge, die er in den letzten zwölf Monaten engagiert, kraftvoll, motiviert und mit viel Willen allein „gestemmt“ hat, für sich, die Familie oder das Gemeinwohl. Voranschreitend, mitreißend und nicht darauf wartend, dass sich eine größere Runde endlich mal zu einer Aktion entschieden hat.

Ich möchte aber nicht den zweiten Teil des Aphorismus‘ vergessen. Genauso wie der Stolz der Einzelleistung uns alle beflügelt, genauso erfüllt uns auch ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt. Viele Ideen, Kräfte, Talente und besondere Fähigkeiten zu einer geballten Einheit zusammenzuführen, das will gekonnt, das will gelenkt sein.

So wollen die euch, Sie alle einenden Grüße zum Fest in diesem Jahr etwas anderes als im Vergangenen erreichen. Ihre Motivation zielt auf unser aller Ärmel hochkrempeln, auf das „nicht Aufstecken“ bei all den Problemen, die der Alltag für uns bereithält. Sei es im kleinen privat-familiären Rahmen, sei es im beruflichen Umfeld oder im ehrenamtlichen Betätigungsfeld.

Sich dabei des Spannungsbogens des alleinigen mutigen Voranschreitens oder des machtvollen „Wir“ bewusst zu werden, zu sein, sollte uns bestärken im Tatendrang, sollte auch heute schon Freude auf kommende Aufgaben wecken, längst Fälliges endlich zu erledigen und dem persönlichen Alltag viele Farben, Facetten und Perspektiven zu geben. Vielleicht lässt sich ja auch noch einiges in diesen letzten Tagen des alten Jahres beginnen.

Ich freue mich an dieser Stelle ganz besonders, doch noch einen Zugang zu allen gefunden zu haben. Die Suche nach einem geeigneten Motto für diese Jahresendgrüße war doch nicht so einfach, sollte dem inneren Wunsch gerecht werden zu vereinen, ein Wir-Gefühl zu bestärken, ohne das Individuelle in uns allen zu vergessen, welches die gemeinsame Stärke erst ausmacht.

Ebenso freue ich mich schon heute auf gemeinsame Taten, gemeinsame Momente im kommenden Jahr, in denen wir unser „Ich“ zu gemeinsamer Kraft im Duett, in der größeren Gruppe oder sogar im Großverbund vereinen. Allein schon das Zusammenfinden in den heutigen Grüßen zum Jahresende wird dem Motto gerecht.

Ein Weihnachtsfest bei bester Gesundheit, frei von Sorgen um Kinder, Enkel, Verwandte und Freunde. Ein Fest voller Genuss des familiären Zusammenseins, des Erfreuens an tollen, unerwarteten Geschenkideen, ein Fest voller Stunden des Plauderns, Zuhörens, des „Vertrödelns“ von Zeit, des Innehaltens und Besinnens, des Dankes für die im Laufe des Jahres erfahrenen Freuden, ein Fest des Verschenkens eigener Zeit- das alles wünsche ich von Herzen für die kommenden Weihnachtstage.

Das neue Jahr möge bei stets bester Gesundheit euch, Ihnen und den Familien viele glückliche Momente schenken, beruflich Respekt, Verständnis, Achtung und Akzeptanz sowie den „Schlüssel“ für die Lösung der vielfältigen Probleme und Aufgaben.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für dieses Jahr und bin in Vorfreude auf die gemeinsamen Begegnungen 2019. Schierke im August wäre z. B. solch eine gute Gelegenheit.

Herzlichst Jens–Uwe Böhme

Weihnachtsdebatte an der Uni Halle

Alle Jahre wieder…wenn diese Melodie in die Ohren klingt, ist das Weihnachtsfest nicht mehr weit. Und das heißt auch: Es ist Zeit für die Weihnachtsdebatte von Dr. Andreas Günther am Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik der Uni Halle. Mit einem 60-Sekunden-Impulsreferat stellten 37 Studierende ein selbst gewähltes Thema rund um den (Schul)Sport vor. Am Ende setzten sich fünf Themen durch, welche in verschiedenen Räumen vorgestellt und diskutiert wurden:

1. E-Bike, Segway & Co. Elektromotor statt Bewegung. Wird unsere Gesellschaft immer fauler?

2. Übergewicht bei Sportlehrern/-innen – Ausschlusskriterium oder besondere Chance?

3. Ninja Warrior im Sportunterricht der Grundschule

4. Angemessene und sinnvolle Strafen im Sportunterricht

5. Sportler und internationale Wettkämpfe – Übertagungsmedien nationalistischer Ideologien?

Nach vielen Inputs, Fragen, Übereinstimmungen und kontroversen Diskussionen kam das gesamte Publikum zum Resümee mit anschließender Siegerehrung zusammen. Am Ende setzte sich Nicki-Ann Sperfeld mit der Problematik Sport und nationalistische Ideologien durch. Der Sportlehrerverband Sachsen-Anhalt zeichnete den ersten Preis mit einer Siegprämie von 100 Euro aus. Der Nachmittag endete in gemütlicher Runde bei Lebkuchen und Glühwein. Schon jetzt freuen wir uns auf das nächste Mal, wenn es heißt: Alle Jahre wieder…

Weihnachtsdebatte an der Uni Halle

Am vergangenen Freitag war der Sportlehrerverband in der Jury zur traditionellen Weihnachtsdebatte am Institut für Grundschuldidaktik in Halle vertreten. Dr. Andreas Günther lud seine Studierenden ein, über selbst gewählte Themen aus dem Sport/ Sportunterricht einen 60-Sekunden Debattierimpuls zu geben. Über 40 angehende Sportlehrerinnen und Sportlehrer folgten der Einladung und warfen Problemstellungen aus den unterschiedlichsten Bereichen auf. Am Ende gab es fünf Referenten, die den Vorausscheid mit interessanten Vorlagen für sich entscheiden konnten:

Sabrina Leschinski: Der Islam und der Sportunterricht
Susanne Längrich: Hochintensives Intervalltraining – auch im Grundschulsport?
Jonas Sturm: (Supair)Paintball –  Anerkennungswürdiger Sport oder doch nur ein Kriegsspiel
Sven Kügler: E-Sports – nur sinnloses Gedaddel oder doch ein Sport?
Helene Pochte: Ist das Hengstenberg-Material als eine sinnvolle Alternative des klassischen Lehrplans im Sportunterricht (Turnen) in der Schuleingangsphase zu sehen?

Die Sieger teilten sich anschließend in verschiedene Seminarräume auf, wo die aufgeworfenen Problemstellungen intensiver betrachtet und diskutiert wurden. Dabei wurden diverse Materialien auch getestet, wie beispielsweise das Hengstenberg-Material. Im Anschluss wurde in weihnachtlicher Atmosphäre ausgewertet und die wirklich gelungene Veranstaltung klang aus.

In diesem Sinne wünschen wir allen Mitgliedern des Sportlehrerverbandes eine schöne Adventszeit!

 

 

Liebe Verbandsmitglieder,

mit großen Schritten geht das Jahr seinem Ende entgegen. Mit ebenso großen Schritten haben wir als Vorstand viele Vorhaben unter unsere Füße genommen, erfolgreich abschließen oder die Voraussetzungen dafür schaffen können, dass diese im kommenden Jahr auf der Habenseite der Bilanz stehen.

Die Jahreshauptversammlung unseres Landesverbandes wieder einmal in Thale, die Hauptversammlung des Bundesverbandes im November in Berlin, Beratungsgespräche im Bildungsministerium mit Staatssekretärin Frau Koch-Kupfer und Referatsleiterin Frau. Dr. Oehlstöter Anfang Dezember- es wird ein gut gefülltes Rundschreiben werden, welches Sie zu Beginn des neuen Jahres erwartet.

Einige Ergebnisse und Anregungen stellen wir aber schon vorab auf unsere Homepage, so dass diese von Ihnen zwischen den Feiertagen in Ruhe entdeckt und gelesen werden können.

Für diese schulfernen Tage wünsche ich uns allen ein fröhliches Fest bei bester Gesundheit. Alles andere an familiären Treffen, sportlichen Erholungsmomenten und kulturellen Höhepunkten möge bestens gelingen und den Alltag unvergesslich schön gestalten.

Ihr Jens-Uwe Böhme

Krafttraining erzielt die besten Diäterfolge

(Ausgabe 48/2017 der DOSB-PRESSE)

Wer Gewicht abnehmen will, achtet klassischerweise auf seine Ernährung. Aber auch eine Steigerung der körperlichen Aktivität ist eine nicht zu unterschätzende Erfolgskomponente für eine Gewichtsabnahme. Darüber hinaus hat körperliche Aktivität einen günstigen Einfluss auf die Gesundheit, hebt die Stimmung und das Selbstbewusstsein. Personen, die viel Sport treiben, weisen einen höheren Bedarf an Energie auf. Der Gesamtenergiebedarf eines Menschen setzt sich zusammen aus dem Ruheenergiebedarf, also der Energie, die der Körper zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen braucht, und dem Leistungsumsatz. Der Leistungsumsatz ist die Energie, die der Körper zusätzlich bei körperlicher Aktivität und allgemeiner Muskelarbeit verbraucht. Verschiedene Sportarten erhöhen den Leistungsumsatz je nach Intensität in unterschiedlichem Ausmaß.

Sportarten müssen zusätzlich dahingehend differenziert werden, ob sie zu den Ausdauersportarten oder zum Krafttraining gehören. Während Ausdauersportarten wie Schwimmen, Joggen oder Radfahren den Fettabbau fördern, sind Kraftsportarten auf den Aufbau und die Kräftigung der Muskulatur ausgelegt. Beide Komponenten sind für die Gewichtsabnahme relevant. Ein durch Sport gesteigerter Fettabbau fördert die Gewichtsabnahme. Die beim Kraftsport aufgebauten Muskeln erhöhen den Ruheenergiebedarf, da Muskeln auch in Ruhe mehr Kalorien verbrennen als Fettgewebe.

US-amerikanische Wissenschaftler untersuchten jetzt, wie sich unterschiedliche Sportarten auf die Körperzusammensetzung bei älteren Erwachsenen mit starkem Übergewicht (Body Maß Index (BMI) > 30) auswirkten. 249 Personen nahmen an der Studie teil. Sie wurden entweder zu einem Programm zur Gewichtsreduktion in Kombination mit Ausdauertraining, in Kombination mit Krafttraining oder einem Programm mit alleinigem Fokus auf die Gewichtsreduktion zugeteilt.

Alle 3 Programme wurden 18 Monate lang durchgeführt. Die beiden Programme mit körperlicher Aktivität führten zu einem größeren Gewichtsverlust (bei Ausdauertraining: -8,5 Kilogramm; bei Krafttraining: -8,7 Kilogramm) als das alleinige Gewichtsreduktionsprogramm (-5,7 Kilogramm). Auch der Verlust an Körperfett war bei den Gewichtsreduktionsprogrammen, die mit Ausdauer- oder Kraftsport kombiniert wurden, größer. Hingegen war der Verlust an Magermasse bei dem Programm mit Ausdauertraining am größten. Der Verlust an Magermasse ist unerwünscht, da sich die Magermasse überwiegend aus der Muskelmasse und den Körperorganen zusammensetzt.

Ein Gewichtsreduktionsprogramm kombiniert mit Krafttraining reduzierte demnach Körpergewicht und Körperfett, ohne stark die Magermasse zu reduzieren. Auch die Kombination des Gewichtsreduktionsprogramms mit Ausdauertraining reduzierte Körpergewicht- und fett, allerdings auch die Magermasse. Damit erzielte die Kombination mit dem Krafttraining für die Studienteilnehmer die günstigsten Effekte. Beide Programme mit körperlicher  Aktivität waren dem Programm ohne Involvement von körperlicher Betätigung überlegen.

Originaltext: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/oby.21977/abstract;jsessionid=E1CACEACCFE3E737539F5A3A7D992FCE.f03t04

Teilsportbefreite Schüler – was tun?

Neben vielen „Sportsachenvergessern“ haben wir auch das Problem „teilsportbefreite Schüler“ bei der Gestaltung unseres Unterrichts zu meistern. Viele der attestierten oder per Elternzettel befreiten Schüler sind durchaus sportwillig, können am „normalen“ Programm aber nicht teilnehmen.

Ein Projekt, vorgestellt vom Schweizerischen Verband für Sport in der Schule (SVSS), vermittelt einen wertvollen, praktikablen und aufwandsarmen Lösungsvorschlag auch für den Sportunterricht in Sachsen-Anhalt.

„ACTIVDISPENS®, eine in der Schweiz und EU geschützte Marke, bietet Sportlehrpersonen ein Instrument, um teilzeitdispensierte (teilsportbefreite) Kinder und Jugendliche korrekt und in angepasstem Rahmen aktiv in den Schulsport zu integrieren. …Ziel des Projekts ist das Durchbrechen von Inaktivität und Immobilisation von Kinder und Jugendlichen während einer Verletzungs- oder Krankheitsphase.“

(Homepage Activdispens)

Der Runderlass des MK vom 11. 3. 1997 – 45-81002 zur Befreiung vom Schulsport gibt den Sportlehrkräften die Möglichkeit, über Art und Umfang der Befreiung vom Sportunterricht zu entscheiden, soweit diese vier Wochen nicht überschreitet.

„Activdispens“ ermöglicht unseren Kollegen in der Schweiz in Zusammenarbeit mit den Ärzten eine zielgenaue sportliche Betätigung der Schüler. Warum sollten wir das nicht auch bei uns zur Anwendung bringen?

https://activdispens.ch/de/about/

Deutscher Kanu-Verband startet „Canua – die App für alle Paddler“

(DOSB-PRESSE)

Ab sofort ist canua, die App zur Tourenplanung und Navigation für Paddler, kostenlos im App-Store erhältlich. Der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), Thomas Konietzko, TouchingCode GmbH-Geschäftsführer Clemens Grossmann sowie DKV-GmbH Geschäftsführer Dieter Reinmuth gaben jetzt auf Europas führender Kanu-Fachmesse, der PaddleExpo in Nürnberg, den offiziellen Startschuss für die Smartphone-Anwendung.

canua ist die erste speziell für das Kanuwandern entwickelte Smartphone-App. Das Projekt ist ein Joint-Venture zwischen der DKV-GmbH, dem führenden Fachverlag für Kanuliteratur in Europa, und der TouchingCode Software GmbH, die sich auf App-Entwicklung, insbesondere von Location-based-Apps (LBA), spezialisiert hat. „Canua wird die Tourenplanung im Kanusport deutlich vereinfachen und bietet vielfältige Funktionen für alle Paddler“, versprechen DKV-GmbH-Geschäftsführer Dieter Reinmuth und Touching-Code-Chef Clemens Grossmann.

Mit canua lassen sich Kanutouren planen, tracken und teilen. Die App liefert zu jedem Gewässer alle für Kanuten relevanten Infos. Die Flüsse lassen sich bequem per Suchfunktion oder Übersichtskarte finden. Aufgelistet und anschaulich auf einer zoombaren Karte dargestellt werden günstige Ein- und Ausstiegsstellen, Wehre, Gefahrenstellen, aber auch Rast- und Übernachtungsmöglichkeiten. Zudem erhält der Paddler Informationen über Gewässercharakter, Gefälle, Hindernisse, aber auch Sehenswürdigkeiten, Campingplätze und Bootshäuser. Auch Hinweise auf eventuelle Befahrungsbeschränkungen und weitere wichtige Hinweise für die Fahrtenplanung sind enthalten. Bei der Tourenplanung werden die Entfernung zwischen Start und Ziel sowie die geschätzte Fahrtdauer angezeigt. Zudem kann der Kanufahrer seine gepaddelten Touren aufzeichnen und teilen. Beim Tracken werden die zurückgelegte Zeit und Strecke sowie die aktuelle Geschwindigkeit angezeigt und akustisch ausgegeben. Fahrten-Tracks können nach Beendigung ausgewertet, geteilt, in der App gespeichert und auch in das elektronische Fahrtenbuch des DKV (eFB) übertragen werden.

Herzstück von canua sei die in der Kanuwelt einmalige DKV-Gewässerdatenbank, die die Inhalte der DKV-Gewässerführer enthalte, heißt es in der Mitteilung des DKV. Die ehrenamtlichen Gewässerführer-Redakteure hätten alle deutschen Flüsse mit Geokoordinaten und Tracks versehen und bei dieser Gelegenheit auch viele Angaben noch einmal überprüft. Sukzessive sollen auch die Flüsse aus dem Ausland hinzukommen; bislang sind Südfrankreich, Polen und Tschechien erfasst. Zum App-Start umfasste die Datenbank 76.210 Objekte an 2160 Gewässern. Damit die Informationen aktuell bleiben, können Kanuten in canua mit wenigen Clicks Unstimmigkeiten zwischen den angezeigten Daten und der vorgefundenen Situation melden.

Die von der DKV-GmbH gemeinsam mit der TouchingCode Software GmbH aus Berlin entwickelte Anwendung steht ab sofort für alle iPhone-Besitzer kostenlos im Apple App Store zur Verfügung. Eine Version für Android soll bis Jahresende folgen. Die online-Nutzung ist kostenlos, zusätzlich können künftig Daten für die Offline-Nutzung sowie detailliert ausgearbeitete, bebilderte Routenvorschläge gekauft werden. Weitere Infos finden sich online unter http://www.canua.info/

Ein Radiobericht sorgt für Wirbel

Kein großer Staatsakt, kein schulpolitischer Skandal, der da am 30.10.2017 über das Radio zur Sprache kam. Aber eine Schule, die plötzlich im Mittelpunkt kritischer Berichterstattung stand. Unvorbereitet, ohne die Chance des Abwendens oder des Richtigstellens.Vielfältige Anfragen von Verbandsmitgliedern und Kollegen aus dem Land zu diesem Radiointerview lassen uns zu dem Entschluss kommen, unsere Homepage zur Darstellung und Erläuterung zu nutzen.

Hier nochmal Interview und Bericht von MDR AkTUELL in Textform
…und nun?

Zweieinhalb Minuten Sendezeit für die Erklärung von Zeitschätzlauf, Bewertung im Sportunterricht und Nachteilsausgleich- wahrlich ein sehr „sportliches“ Vorhaben der Landeskorrespondentin Sachsen-Anhalt von MDR Aktuell, welches in Anbetracht der Komplexität und des Umfangs keine Chance auf Erfolg haben konnte.

Der Vorsitzende unseres Verbandes reagierte: Ob sein Schreiben Auswirkungen auf den medialen Umgang miteinander haben wird, ist zu bezweifeln, denn: Bad news are the best news.

Sehr geehrte Frau Wolfskämpf,
vielen Dank für die Links zu Ihrem Beitrag.
Im Nachhinein bin ich in höchstem Maße unzufrieden mit mir selbst über die vollzogene Schnelligkeit des Interviews. Die von Ihnen erbetene Stellungnahme war schulneutral formuliert. Es gab nie einen Bezug zu der konkreten Schule, die dann im Bericht eine Rolle spielt und ohne Rücksprache vor Ort einseitig kritisch betrachtet wurde. Jetzt fühle ich mich für das Anliegen einiger weniger Eltern instrumentalisiert. Dabei geht es mir weniger um die inhaltliche Gestaltung Ihres Beitrags. Er enthält meine Aussagen in unverzerrtem Maße, auch wenn darin z. B. die lobende Anmerkung im Bemühen der mir „unbekannten Kollegen“ im Sinne einer Differenzierung, eines Beachtens der Heterogenität der Schüler und der Kompetenzen im Rahmen der Bewertung fehlt.

Viel wichtiger in meiner Betrachtung sind folgende Fragen:

  • Wieso gab es Ihrerseits keinen Kontakt mit der Fachschaft Sport des Gymnasiums in Landsberg? In weniger als 10 Minuten hätten Sie erfahren, in welchem Kontext und in welchem Bewertungsrahmen die Kollegen die Leistungskontrolle durchführen?
  • Weshalb mied Elternvertreterin Frau Scholle das Gespräch mit dem Fachschaftsleiter und/ oder mit dem Schulleiter, bevor sie das Problem in die Öffentlichkeit zerrte?
  • Welche Chance hatten die Sportlehrer vorab für eine Richtigstellung bzw. Klärung der Stellung dieser Leistungskontrolle im Rahmen der Gesamtbewertung?
  • Wie können sich die Sportlehrer des Gymnasiums jetzt gegen diese Sichtweise wehren?

    Mit zunehmender Zahl dieser Fragen komme ich zu der Überzeugung, dass hier wieder ein vermeintlich negativer Aspekt von Schule, im konkreten Fall von Sportunterricht, auf das goldene Tablett gehoben wurde. Ihnen möchte ich nicht unterstellen, dass dies in diskriminierender Absicht geschah, sondern der „Gerechtigkeit“ zum „Sieg“ verholfen werden sollte. Als Sportlehrer selbst ärgere ich mich aber über die einseitige Schwerpunktsetzung. Stattdessen rege ich eine objektive, problemdarstellende und Leistung anerkennende Berichterstattung über folgende Themenbereiche an:

  • Eine Darstellung gelingenden Sportunterrichts, der täglichen Arbeit der Kollegen, den Schülern die vielfältigen Sinnperspektiven des Sports nahe zu bringen, sie für ein lebensbegleitendes Sporttreiben zu begeistern
  • Die lobenswerte Arbeit in den Instituten und Seminaren bei der Ausbildung der künftigen (Sport)-Lehrer
  • Eine objektive, interessierte und umfangreiche Berichterstattung über eine Bewertung im Fach Sport, die der Heterogenität der Schüler vielfältig, nuanciert und beispielhaft gerecht wird; mit Bezug zu diesem Anliegen gerecht werdenden Materialien wie den „Grundsätzen und Anregungen für die Schulpraxis/ Leistungsbewertung im Sportunterricht“
  • Die materiellen und personellen Bedingungen für die Durchführung des Sportunterrichts
  • Die ehrenamtliche Arbeit der Sportlehrer

Welchen Wert außer einem populistischen Spielen mit mehr oder weniger negativen Erfahrungen im Rahmen des Sportunterrichts hat dieser Beitrag für die Allgemeinheit? Sind Leser und Hörer nun klüger und vollends im Bilde über die Bewertungskomplexität im Sportunterricht Sachsen-Anhalts? Sicher interessieren Reizthemen die Hörer- und Leserschaft bedeutend mehr. Die von mir angeregten Themenbereiche würden aber einen echten Beitrag zum Verständnis von Schule und Sportunterricht leisten. Aber jede negative Sache hat auch ihr Gutes. Im Sinne eines positiven Berufsverständnisses entsteht vielleicht das Vorhaben, doch einmal umfangreicher und objektiver über die von mir aufgezeigten Bereiche der „Sportbildungslandschaft“ zu berichten. Ich strebe kein Glorifizieren unserer Arbeit an, denn wo geleistet wird, geschehen auch Fehler und Missverständnisse. Das ist nicht nur in der Schule so, das betrifft jeden Arbeitsbereich. In einer Gesellschaft, in der häufig nur der Verriss für die nötige Aufmerksamkeit sorgt, sollte eine positive Berichterstattung einen wichtigen Beitrag für eine optimistischere Grundhaltung leisten.

In diesem Sinne verbleibe ich mit sportfreundlichen Grüßen.

Jens -Uwe Böhme