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DSLV Basisarbeit – Der Schulsportassistent in Sachsen-Anhalt

Wieder ist eine Stufe auf dem Weg zur Popularisierung der Ausbildung von Schulsportassistenten erklommen. Die vergangene Beratung mit Staatssekretärin Frau Feußner hat neben vielen weiteren Ergebnissen das klare Bekenntnis zur Vereinbarung von Bildungsministerium und Sportlehrerverband über die Ausbildung von Schulsportassistenten erbracht. Wie wichtig und erfolgreich diese Leistung unserer Kollegen ist, sollen zwei Artikel aus der regionalen Presse verdeutlichen. Sie lassen nur ein Fazit zu – Nachahmen ist gewollt.

Die rechte Hand
GANZTAGSSCHULE

Schulsportassistenten unterstützen in Roitzsch Sportlehrer, aber nicht nur. Im Verein übernehmen sie Aufgaben von Übungsleitern oder Schiedsrichtern.

VON SYLVIA CZAJKA (Mitteldeutsche Zeitung)

ROITZSCH/MZ – Lenny Louis Janders und Tim Wynarski haben einen geschulten Blick – aufs Wesentliche. Der Pausenhof der Ganztagsschule Roitzsch gehört zu ihrem Revier genau wie die Turnhalle. Seit drei Jahren machen sie hier ihren „Job“. Ehrenamtlich, versteht sich. Die 15-Jährigen gehören zum Team der Schulsportassistenten. Doch ihre Tage sind gezählt. Die Zehntklässler werden sich ins wahre Leben verabschieden. Aber die Schulzeit hatte auch ihre Reize. Und Sport ist auch genau ihr Ding. Mal da, mal dort helfen. Sie waren unter anderem die rechten Hände von Jens-Uwe Böhme – ihrem Sportlehrer. Da ist Vertrauen, Wertschätzung. Jeder weiß, was zu tun ist. Und es gab so manches Mal viel zu tun.

Bei Wettbewerben – unter anderem bei Jugend trainiert für Olympia. Philipp Hoppe-Gürbig ist zum Beispiel der Bolzplatzverantwortliche. Zuverlässig betreute er die Schulmeisterschaften im Tischtennis und Hochsprung sowie die Fußballmannschaften beim Kreisfinale Jugend trainiert für Olympia. Im Kegelverein unterstützt er das Training der jugendlichen Vereinsmitglieder, freut sich Böhme über das Engagement. Mittlerweile steht in Roitzsch die vierte Generation von Schulsportassistenten in den Startblöcken, informiert Jens-Uwe Böhme. Die Ausbildung – für Mädchen und Jungen gleich – gebe es als Modellversuch seit 2011. Sie wurde durch den Sportlehrerverband Sachsen-Anhalt ins Leben gerufen und in Kooperation mit dem Kultusministerium als schulisches Angebot bereitgestellt, erinnert er sich an die Anfänge. 2012 erhielten die ersten 57 Schüler ihre Zertifikate. An der Schule Roitzsch wurden bisher 28 Schüler ausgebildet. Für Nachwuchs ist gesorgt. 16 werden ihnen folgen. Böhme sieht den Vorteil der Ausbildung darin, dass die Schule als einzige Einrichtung die Möglichkeit hat, alle zu erreichen. „So können in einem recht jungen Alter Mädchen und Jungen an ehrenamtliches Wirken herangeführt werden. Über mehrere Schuljahre hinweg unterstützen sie den Sport an der Schule im Unterricht und im außerunterrichtlichen Bereich, sind teilweise auch schon im Verein als Übungsleiter oder Schiedsrichter aktiv.“ Das Problem des fehlenden Nachwuchses in der ehrenamtlichen Arbeit in den Sportvereinen und Sportverbänden werde durch die Arbeit der Sportlehrer und aller unterstützenden Kräfte aktiv angegangen.

Die Verknüpfung mit einer späteren Ausbildung im Rahmen der Jugendleitercard (Juleica) lässt die Ausbildung auch für andere Vereine interessant werden. „Diese Schüler sind eine Bereicherung für die Jugendarbeit der Feuerwehren oder Jugendclubs“, so der Sportlehrer.

Hier zeige sich laut Böhme ein Problem. Dieses schulische Angebot werde noch nicht flächendeckend angenommen. Denn die damit verbundene Arbeit sei nicht zu unterschätzen. Doch sei die Ausbildung erst einmal vollzogen, besitze man aber an der Schule eine bedeutsame Unterstützung im Bereich des Sports, die man nicht mehr missen möchte, erläutert er. Wichtig sei, dass man dabei eine organisatorische Plattform erhalte, die eine beständige Ausbildung in der Schulzeit ermögliche. „Das ist bei der derzeitigen Personallage an den Schulen nicht immer gegeben und wird zum Krampf“, weil man beständig sehen muss, wie man die Ausbildung realisiert. „Die erfolgt zum Teil auch in Kompaktkursen an Samstagen, aber für die regelmäßige Arbeit mit den Schülern genügt das nicht, zumal viele Schüler dann schon wieder in ihren Vereinen aktiv sind. Hier gibt es noch Planungsbedarf“, weist Jens-Uwe Böhme hin.

„Diese Schüler sind eine Bereicherung für die Jugendarbeit.“

Jens-Uwe Böhme Sportlehrer

Foto: Thomas Ruttke

 



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