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Krafttraining erzielt die besten Diäterfolge

(Ausgabe 48/2017 der DOSB-PRESSE)

Wer Gewicht abnehmen will, achtet klassischerweise auf seine Ernährung. Aber auch eine Steigerung der körperlichen Aktivität ist eine nicht zu unterschätzende Erfolgskomponente für eine Gewichtsabnahme. Darüber hinaus hat körperliche Aktivität einen günstigen Einfluss auf die Gesundheit, hebt die Stimmung und das Selbstbewusstsein. Personen, die viel Sport treiben, weisen einen höheren Bedarf an Energie auf. Der Gesamtenergiebedarf eines Menschen setzt sich zusammen aus dem Ruheenergiebedarf, also der Energie, die der Körper zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen braucht, und dem Leistungsumsatz. Der Leistungsumsatz ist die Energie, die der Körper zusätzlich bei körperlicher Aktivität und allgemeiner Muskelarbeit verbraucht. Verschiedene Sportarten erhöhen den Leistungsumsatz je nach Intensität in unterschiedlichem Ausmaß.

Sportarten müssen zusätzlich dahingehend differenziert werden, ob sie zu den Ausdauersportarten oder zum Krafttraining gehören. Während Ausdauersportarten wie Schwimmen, Joggen oder Radfahren den Fettabbau fördern, sind Kraftsportarten auf den Aufbau und die Kräftigung der Muskulatur ausgelegt. Beide Komponenten sind für die Gewichtsabnahme relevant. Ein durch Sport gesteigerter Fettabbau fördert die Gewichtsabnahme. Die beim Kraftsport aufgebauten Muskeln erhöhen den Ruheenergiebedarf, da Muskeln auch in Ruhe mehr Kalorien verbrennen als Fettgewebe.

US-amerikanische Wissenschaftler untersuchten jetzt, wie sich unterschiedliche Sportarten auf die Körperzusammensetzung bei älteren Erwachsenen mit starkem Übergewicht (Body Maß Index (BMI) > 30) auswirkten. 249 Personen nahmen an der Studie teil. Sie wurden entweder zu einem Programm zur Gewichtsreduktion in Kombination mit Ausdauertraining, in Kombination mit Krafttraining oder einem Programm mit alleinigem Fokus auf die Gewichtsreduktion zugeteilt.

Alle 3 Programme wurden 18 Monate lang durchgeführt. Die beiden Programme mit körperlicher Aktivität führten zu einem größeren Gewichtsverlust (bei Ausdauertraining: -8,5 Kilogramm; bei Krafttraining: -8,7 Kilogramm) als das alleinige Gewichtsreduktionsprogramm (-5,7 Kilogramm). Auch der Verlust an Körperfett war bei den Gewichtsreduktionsprogrammen, die mit Ausdauer- oder Kraftsport kombiniert wurden, größer. Hingegen war der Verlust an Magermasse bei dem Programm mit Ausdauertraining am größten. Der Verlust an Magermasse ist unerwünscht, da sich die Magermasse überwiegend aus der Muskelmasse und den Körperorganen zusammensetzt.

Ein Gewichtsreduktionsprogramm kombiniert mit Krafttraining reduzierte demnach Körpergewicht und Körperfett, ohne stark die Magermasse zu reduzieren. Auch die Kombination des Gewichtsreduktionsprogramms mit Ausdauertraining reduzierte Körpergewicht- und fett, allerdings auch die Magermasse. Damit erzielte die Kombination mit dem Krafttraining für die Studienteilnehmer die günstigsten Effekte. Beide Programme mit körperlicher  Aktivität waren dem Programm ohne Involvement von körperlicher Betätigung überlegen.

Originaltext: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/oby.21977/abstract;jsessionid=E1CACEACCFE3E737539F5A3A7D992FCE.f03t04